Petrihaus in Hofgeismar: Förderbescheid wird übergeben – Baubeginn im November

Es soll der Altstadt neuen Schwung verleihen, das Quartier aufwerten und die Menschen einander näher bringen: Ab November wird in der Dornröschenstadt Hofgeismar das Petrihaus gebaut. Es ist ein „Schlüsselprojekt, das es in Hessen so noch nicht gibt“, wie Bürgermeister Markus Mannsbarth sagt. Bauherr ist die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft für den ehemaligen Landkreis Hofgeismar eG (GEWOBAG). Finanziert wird das Projekt unter anderem mit Mitteln aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“. Die entsprechende Fördervereinbarung zwischen der Stadt und der GEWOBAG, wurde am 07.09.2017 um 11.00 Uhr im Magistratszimmer des Rathauses (Markt 1, 34369 Hofgeismar) unterzeichnet.

Die Idee
Wie möchte ich selbst im Alter leben? Diese Frage stand ganz am Anfang des Projekts. Stück für Stück wurde aus der vagen Idee ein konkreter Plan, fügte sich ein Puzzleteilchen ans andere. Der Pflegedienstleister PHB e.V. aus Hofgeismar steuerte seine Ideen bei. Bald darauf wurde der Verein „Selbstbestimmt Leben – gemeinsam wohnen“ gegründet und es kam zu ersten Gesprächen mit der GEWOBAG. Nachdem man mit dem Filetgrundstück in der Pfeffergasse am Rande der Altstadt ein ideales Areal gefunden und entsprechende Gespräche mit den Stadtverantwortlichen geführt hatte, begann im April 2015 die Zusammenarbeit mit dem Architekten Dieter Schaarschmidt aus Solingen. Seitdem wurde das Projekt Petrihaus kontinuierlich weiterentwickelt.

Das Gebäude
Das Petrihaus wird als Niedrigenergiehaus KfW 55 auf einem 2.471 m2 großen Grundstück gebaut. Die vermietbare Fläche umfasst etwas mehr als 2.180 m2. Im Erdgeschoss sind eine Tagespflege mit 15 Plätzen sowie eine Wohngruppe für zehn Menschen mit Demenz geplant. Beide Einrichtungen wird PHB betreiben. Außerdem ist ein Nachbarschaftstreff vorgesehen, ein Projekt, das sich an die schon existierende, erfolgreiche Kooperation von GEWOBAG und PHB anschließt. Unter dem Motto „Offen nach innen und nach außen“ sollen sich Bewohner der ambulant betreuten Wohngemeinschaften, Gäste der Tagespflege, Bewohner der Servicewohnungen, Angehörige und Besucher, ehrenamtliche Mitarbeiter sowie Bewohner des Altstadtquartiers treffen. „Das Petrihaus könnte somit über seine eigentliche Funktion hinaus eine wichtige verbindende Rolle übernehmen“, sagt Rathauschef Mannsbarth. „Dann nämlich, wenn Menschen, die im Haus leben, ihre Zeit auch mit Menschen aus der direkten Umgebung verbringen.“ Langweilig wird es im Nachbarschaftstreff bestimmt niemandem, sollen hier doch unter anderem Gymnastik-, Tanz- und Computerkurse, Kochtreffs, Vorträge und Workshops zum Thema „Alt werden – fit und gesund bleiben“ angeboten werden. Im ersten Obergeschoss werden eine Physiotherapiepraxis sowie eine Wohngruppe für elf demenziell erkrankte Menschen (Betreiber ebenfalls PHB) eingerichtet, im zweiten Obergeschoss entstehen neun barrierefreie Miet- oder Eigentumswohnungen, für die auf Wunsch bei PHB auch Betreuungs- und Pflegeleistungen hinzugebucht werden können, sowie eine Gästewohnung für Besucher. Für das Staffelgeschoss sind drei Eigentumswohnungen mit Dachterrassen sowie Abstellräume geplant. 26 Stellplätze werden gebaut. Im Frühjahr 2019 soll das Petrihaus fertig sein.

Die Kosten
Rund 4,9 Millionen Euro wird das Petrihaus kosten, es wird mit Geldern aus zwei Fördertöpfen unterstützt. Etwa 1,15 Millionen Euro kommen aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“. Im Jahr 2013 wurde Hofgeismar in das Programm aufgenommen und hat seither rund 5,1 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten, die in die nachhaltige Stärkung des Zentrums fließen. Bei der Umsetzung des Programms wird die Stadt von dem Kasseler Büro der NH ProjektStadt unterstützt. Weitere 200 000 Euro kommen aus dem Modellprogramm „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 29 Projekte unterstützt der Bund bis 2019 bundesweit, Hofgeismar hat sich gegen 140 Bewerber durchgesetzt. „Unser Ziel ist es, im Petrihaus einen sozialhilfefähigen Mietpreis von sieben Euro pro Quadratmeter zu erreichen“, sagt Christoph Beutekamp, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, von der GEWOBAG. „Nur so ist es möglich, die Mieteinnahmen zu sichern und eine langfristig gesicherte Wirtschaftlichkeit der Tagespflege und der Wohngruppen zu erreichen.“

Weitere Informationen können Sie der Projektwebsite unter: www.petrihaus-hofgeismar.de entnehmen.